Lyrik


Seit vielen Jahren schreibe ich nun schon Gedichte - in den letzten Jahren immer mehr und intensiver. Momentan entsteht mein erster Lyrikband. Hier eine kleine Auswahl, die ich immer mal wieder aktualisieren werde. Viel Freude damit!

 

* * *

Nichts...? NIchts.

Es trinkt auf dich der Zecher -

wie tief reicht doch des Abgrunds Schoß.

Auf, auf,

erheben wir den Becher -

die Nichtigkeit erscheint so groß.

 

Wer glaubt, er hätte sich verloren,

ist manches Mal dem Ziel schon nah.

Was stirbt,

wird endlich neu geboren.

Das Ferne ist oft seltsam nah...

 

Schaut her, die Welt gleicht einem Garten,

dem noch der rechte Gärtner fehlt.

Das All

will alle Welt erwarten,

denn jede Seele - jede! - zählt. 

 


 

In mir schwingen wie Gesänge

Töne der Unendlichkeit -

kathedralengleiche Gänge

voller farbenreicher Klänge,

Wanderer fernab der Zeit...

 

Und mein Herz beginnt zu singen,

öffnet Tür und Tore weit,

lässt sich tief und ganz durchdringen,

lässt sich nimmermehr bezwingen,

schwingend mit der Ewigkeit...

 


 

Wandel bleibt das einzige von Dauer

in des Lebens ungewissem Gang,

Augenblicke wie Kometenschauer,

sternengleicher Abgesang.

 

Wechselnd reiht Moment sich an Moment,

eine Perlenschnur der Ewigkeiten,

Lichterspur am weiten Firmament,

Wanderer durch die Gezeiten...

 


 Wort, du wundersames Wesen

und geheime Schöpfermacht,

ob gesprochen, ob gelesen

oder einfach nur gedacht,

 

du Bewahrer und Vernichter,

Heiler, Mörder und Prophet,

Retter, Räuber oder Richter,

Fluch und innigstes Gebet,

 

deine Macht ist unergründlich - 

von der Wiege bis zum Grab

wirkst und wandelst du sekündlich,

wirst zu einem Zauberstab.

 

Du kannst kranke Herzen heilen

oder brechen, Stück für Stück,

kannst verbinden und zerteilen,

du verbannst und rufst zurück.

 

Du verzauberst und vernebelst,

du bist Medizin und Gift,

ob du freisprichst oder knebelst

oder ob dein Pfeil uns trifft.

 

Aber seist du auch Versprechen,

erste Hoffnung, letzter Gruß:

Wer nur redet, wird dich brechen -

edel ist, der sagt: Ich tu's!

 


 

Klare Winternächte, rauh bereift,

eisbeblümte Fensterscheiben,

Kälte, die nach leeren Herzen greift

und Gedanken, die gefroren bleiben.

 

Weißes Bett aus Schnee, Frau Holles Kissen,

rote Tropfen, Spur der Ewigkeit.

Angst will wieder mal die Fahne hissen

in den Tagen der Zerrissenheit.

 

Wann erwachst du, Frühling aller Zeiten,

wann ertönt der Taube sanfter Ruf?
Still, mein Herz, und lass dich leise gleiten

in die Hand, die alles Leben schuf...